Es ist, auch mit vielen Jahren Gartenerfahrung, immer wieder faszinierend, wenn man etwas Neues lernen kann! Vor allem, wenn man lernt, dass man jahrelang ein Gemüse auf dem Kompost entsorgt hat, obwohl es eine nahezu kostenlose Gemüse-Delikatesse ist
Die Rede ist von den jungen Blättern und Triebspitzen von Speisekürbissen. Traditionell werden die in vielen Teilen der Welt, in Afrika, Asien und Südamerika, gerne gegessen und auf vielfältige Art und Weise zubereitet.
Grund genug, sich diese Pflanzenteile des Kürbisses einmal genauer anzuschauen und zu probieren.
Wichtiger Hinweis: Gemeint sind die jungen Ranken und Blätter von Speisekürbissen - nicht von Zierkürbissen, denn die sind sehr bitter und giftig. Die zubereiteten Teile der Speisekürbisse sind sehr mild und kein bisschen bitter - sollte also einmal etwas bitter schmecken, bitte nicht essen.
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Generell kann man dies fast immer machen, allerdings geht das natürlich auf Kosten der Kraft der Pflanze und wenn das Hauptziel ist, Kürbisse zu ernten, dann sollte man so lange warten, bis sich die meisten Kürbisse schon ausgebildet haben, und dann erst mit der Blatternte beginnen - so etwa ab August.
Wenn man früher anfängt, die Spitzen anzuschneiden, kann dies dazu führen, dass sich die Ranken weiter verzweigen, also Nebentriebe bilden, was zu einer noch besseren Ernte führen kann.
Generell sollte man nach einem Kürbis, den man ernten möchte, 4 - 5 Blätter stehen lassen und dann erst die Spitze entfernen und auch nur dann, wenn der Kürbis bereits eine ansehnliche Größe erreicht hat.
Die Spitzen der Triebe und die jungen Blätter sind ideal für die Ernte.
Auch junge Blüten, Sprossranken und Knospen schmecken hervorragend.
Die ersten 10-15 cm der Triebspitzen mit Blättern sind meistens noch sehr weich und haben keine harten Fasern wie bei älteren Ranken. Die Blätter sollten ohne Schäden sein und keine Anzeichen von Mehltau oder anderen Krankheiten haben. Auch hier sollte man auf die älteren Blätter verzichten. Bei etwas älteren Stielen und Blattstielen kann man, ähnlich wie beim Rhabarber, die Fasern an der Oberfläche abziehen.
Bei der Kürbisblatternte kommt schnell ein ganzer Korb zusammen.
Es gibt aus den verschiedenen Ländern sehr unterschiedliche Rezepte für die Zubereitung von Kürbisblättern. Oft werden sie ähnlich einem Blattspinat zubereitet, in Reisgerichten verwendet oder auch, um andere Speisen einzurollen und dann zu braten.
Um sich dem Geschmack anzunähern, empfehlen wir folgende Zubereitung, die so gut schmeckt, dass wir das bislang immer wieder so zubereitet haben.
1. Kürbisblätter und Ranken (Blüten, Sprossranken, Blütenknospen) für ca. 5 Minuten in Salzwasser kochen, dann das Wasser abschütten.
2. Die vorgekochten Pflanzenteile in einer Pfanne mit Olivenöl einige Minuten bei mittelhoher Hitze braten, dabei mehrfach umdrehen. Nach Belieben mit Salz würzen oder Knoblauch hinzugeben.
Leicht angebräunt schmecken die Kürbisteile noch einmal interessanter, das ist aber nicht nötig.
Reine Blätter kann man tatsächlich wie Spinat zubereiten und nutzen.
Die Blätter und Triebspitzen erinnern an eine sehr jung geerntete Zucchini, sehr mild mit einem guten Aroma, fast schon butterig. Die Haare, die oft auf den Blättern von Kürbissen zu finden sind, stören nach dem Koch- und Bratvorgang gar nicht mehr.
Mit diesem Grundrezept lassen sich zahlreiche neue Rezepte für Pasta, Pizza, Suppen kreieren.
Was wir probiert und als sehr lecker befunden haben, war, die Kürbisteile auf einen Flammkuchen, nebst den üblichen Zutaten, zu geben.
Also, wenn du das nächste Mal vor deiner riesigen Kürbispflanze stehst, unbedingt auch einmal diese Teile der Pflanze probieren, anstatt sie nur auf den Kompost zu geben.