Zuerst wollen wir einmal festhalten - Zucchini sind botanisch Kürbisse - Cucurbita pepo L. genau wie z.B. der Spaghetti-Kürbis.
Von K ürbissen ist man es ja eigentlich gewohnt, dass sie Ranken bilden die oft viele Meter lang werden. Den meisten Zucchinisorten fehlt diese Eigenschaft.
Es kommt zwar immer mal wieder vor, dass sich ein 1-2m langer Haupttrieb bildet, oder halt gar keiner und sich die Blüten und Früchte um das "Herz" der Pflanze bilden.
In dem Foto habe ich das Gerüst aus Dingen gebaut die ich schon im Garten hatte. Weiter unten die Anleitung macht einen Nachbau viel einfacher.
In den letzten Jahren hat es sich immer wieder gezeigt, dass es sehr vorteilhaft sein kann wenn man Zucchini nach oben leitet.
1. Die Pflanze nimmt weniger Platz im Beet ein und stört keine benachbarten Pflanzen
2. Die Pflege und die Ernte ist einfacher
3. Durch den vertikalen Aufbau steht die Pflanz luftiger was dazu führen kann, dass Pilzkrankheiten weniger Chancen haben sich erfolgreich zu etablieren.
Dieses vertikale Aufleiten z.B. an einem Holzpfahl funktioniert auch mit Sorten die eigentlich keine rankenbildenen "Kletterzucchini" sind sondern einen starken Haupttrieb bilden wie z.B. die Sorte Erken ( Zucchini Erken ) .
In der Praxis hat sich gezeigt, dass, wenn man Pflöcke als Stütze nehmen möchte man besser 2-3 pro Pflanze verwendet und den Haupttrieb zwischen den Pflöcken hochwachsen lässt und festbindet.
Die Sorte Ola Escaladora ( Kletterzucchini Ola Escaladora ) bildet ranken wie ein Kürbis und ist super geeignet um die an einem Gerüst hochzuleiten.
Die Voranzucht habe ich Mitte April mit je einem Korn pro 9er Topf ( Vierecktopf 9 x 9 x 9,5 cm - 10er Set ) vorgenommen. Die Pflanzung fand Mitte Mai ins Freiland statt.
Es lohnt sich die Früchte früh zu ernten wenn sie ca. 10 - 20 cm groß sind. Dies fördert die Bildung vieler weiterer Zucchini. Wie alle Zucchini hat auch die Kletterzucchini weibliche und männliche Blüten. An Anfang werden oft viel mehr männliche Blüten gebildet aber die weiblichen Blüten - hier kann man den Fruchtansatz schon bei der Blüte sehen - lassen nicht lange auf sich warten.
Vorweg gesagt, die Ranken werden lang und da ein 4 m oder 5 m hohes Gerüst unpraktisch ist arbeiten wir hier mit Pflöcken die 2,5 m lang sind, wobei 0,5m in den Boden geschlagen werden. Bei den meisten Böden reicht dies, hast du sehr sandige Böden oder hast du viele Steine im Boden können Einschlaghülsen eine Alternative sein. Ob die Hölzer rund oder eckig sind ist für die Funktion völlig egal.
Zum Anbinden nutzen wir eine reißfeste aber später kompostierbare Gemüseschnur ( Tomaten- und Gemüseschnur - 1 Knäuel ) die wir auch bei Tomatenhaken nutzen.
Die Pfähle werden in den Boden geschlagen. Die Abstände zwischen den Pfählen betragen ca. einen Meter.
Die Dachlatte(n) sorgt für Halt und sollte an jedem Pfosten mit einer geeigneten Schraube festgeschraubt werden. Hier kann man schon erkennen, dass man auch die äußeren Bereiche nutzen kann.
Die Schnur wird über den Pflanzen herabgelassen. Wächst die Pflanze wickelt man sie um die Schnur.
Eine sehr wichtige Erkenntnis habe ich bereits im ersten Anbaujahr gewinnen dürfen. Um die Wuchskraft und damit die Höhe zu reduzieren habe ich bei jeder Pflanze einen weiteren Haupttrieb Trieb zugelassen. So verteilt sich das Längenwachstums auf beide Haupttriebe, was das Handling wesentlich einfacher macht. Später bilden sich weiter oben noch weitere Triebe. Auch diese habe ich stehen gelassen, hier bilden sich viele neue Zucchini.