Das Ausgeizen von Tomaten folgt einem sehr einfachen Schema!
Zuerst entscheidet man sich, wie viele Haupttriebe eine Tomatenpflanze haben soll.
Üblich sind ein bis zwei, und dann werden alle Geiztriebe, die sich bilden, entfernt – fertig!
Du siehst: Ausgeizen ist keine Wissenschaft und gehört zur ständigen Tomaten-Pflegeroutine.
An dieser Stelle könntest du bereits zu deinen Tomatengehen und sie ausgeizen. Aber wenn du möchtest, kommt hier noch etwas mehr Wissen.
Tomaten neigen dazu, in den Blattachsen neue Triebe zu bilden. Lässt man diese stehen, wachsen sie und bilden Blätter, Blüten und somit auch Tomaten.
Entfernt man sie früh in der Tomatensaison, wenn sie ungefähr 5–10 cm lang sind, kann man sie in ein Glas mit Wasser stellen. Diese bilden zuverlässig Wurzeln, und in kurzer Zeit hat man eine neue Tomatenpflanze.
Dieser Geiztrieb ließ sich ohne Probleme mit den Fingern rausbrechen
Würde man alle Geiztriebe wachsen lassen, wird die Pflanze mit der Zeit sehr dicht. Das führt dazu, dass sich Blätter berühren oder aufeinanderliegen und Feuchtigkeit und Wassertropfen lange auf den Blättern bleiben. Das sollte man immer versuchen zu verhindern, da dies den Sporen der gefürchteten Kraut- und Braunfäule Zeit gibt, zu „keimen“ und sich auf der Pflanze zu etablieren.
Besonders im Profianbau wird sehr darauf geachtet, dass Tomatenpflanzen „luftig“ angebaut werden.
Ein weiteres Problem ist, dass Geiztriebe mit Früchten schwer werden und abbrechen können. Sie müssten praktisch wie ein Haupttrieb angebunden oder gestützt werden. Darüber hinaus kann die Qualität der Früchte leiden, wenn die Pflanze zu viel Blattmasse und Früchte versorgen muss.
Sehr kurze Geiztriebe werden einfach ausgebrochen, indem man sie mit der Hand nach unten hin abbricht.
Ist der Geiztrieb schon länger, ist er faseriger, und das Abbrechen funktioniert nicht mehr so gut.
Hier ist eine Ernteschere ARS-300Ldas Mittel der Wahl. Durch ihre spitze Form lässt sich sehr präzise arbeiten.
Die entfernten Geiztriebe von Tomaten können einfach auf den Kompost gegeben werden, oder man lässt sie an Ort und Stelle auf den Boden fallen, wo sie als Mulch dienen.
Diese drei abgeschnittenen Geiztriebe könnte man neu anwurzeln lassen um neue Pflanze zu erhalten.
Jeder Haupttrieb hat eine Spitze. Hier geschieht das Wachstum. Bricht diese Spitze einmal ab, ist das Wachstum der Pflanze gestoppt.
Aus diesem Grund empfiehlt es sich, den obersten Geiztrieb sozusagen als „Backup“ stehen zu lassen. Diesen kann man dann zur Not als neuen Haupttrieb erziehen.
Wächst die Spitze weiter, entsteht ein neuer oberster Geiztrieb, und der vormals stehen gelassene kann jetzt entfernt werden.
Sehr häufig lässt man Wildtomaten wie Rote Johannisbeertomateeinfach als Busch wachsen. Dies heißt aber nicht, dass man hier nicht auch den einen oder anderen Geiztrieb entfernen kann, damit die Pflanze nicht zu einem undurchdringlichen Busch wird.
Sehr kleinwüchsige Buschtomaten werden ebenfalls oft nicht ausgegeizt.
Baut man Tomaten auf Dämmen an – dies funktioniert nur mit speziellen Sorten gut –, lässt man diese auch ohne Ausgeizen wachsen.
Im Grunde genommen muss man in diesen Fällen immer eine Fallentscheidung treffen, ob es nicht besser ist, hier und da einen Trieb zu entfernen.