Es ist wirklich nicht schwer Petersilie auf "Selbstversorger-Niveau" anzubauen. Und damit ist genau das gemeint wonach es klingt!
So viel Petersilie anbauen um sich lange damit komplett selbst zu versorgen und keine dazukaufen zu müssen.
Direkt am Anfang: Petersilie wächst zuerst nicht schnell und wer ungeduldig ist glaubt schnell etwas falsch gemacht zu haben.
Diese Anleitung gilt sowohl für Glatte, als auch für die Krause Petersilie.
Vorgezogene Glatte Petersilie (links) und Krause Petersilie (rechts)
Früher haben wir Petersilie direkt ausgesät - mit mäßigem Erfolg. Durch das langsame Wachstum und einer etwas höheren Bodentemperatur die für die Keimung wichtig ist, sind Beikräuter meistens schneller.
Dazu kommt, dass man fast immer zu eng aussät und dann nicht ausdünnt.
Wichtig: Bei Wurzelpetersilie ( Petersilienwurzel Halblange ) ist die Direktsaat zu bevorzugen, um beim umpflanzen nicht die Pfahlwurzel zu beschädigen die man später ernten möchte.
Seit wir dazu über gegangen sind Petersilie in Multitopfplatten vorzuziehen gehören all diese Probleme der Vergangenheit an.
Bewährt hat sich die Sorte Petersilie Gigante d'Italia in einer QP77 Aushebeplatte für QP77. Diese wird mit Anzuchterde ( Bio Anzucht- & Kräutererde - 18 L ) gefüllt und pro Töpfchen kommen ca. 3 - 5 Samen.
Die erste Aussaat nehmen wir Mitte März im Folientunnel vor. Hier reicht die Wärme in der Regel für die Keimung und die Gefahr, dass die Petersilie zu wenig Licht bekommt ist gleich Null.
Die Saattiefe liegt bei ca. 1-1,5 cm.
Oben: Saatgut der Petersilie, Unten: Ausgesäte Petersilie in QP77
Wie bei allen Aussaaten ist es sehr wichtig, dass die Erde immer leicht feucht bleibt. Je nach Temperatur dauert es nur wenige Tage bis zur Keimung - oft sind es aber auch 2-3 Wochen - hier ist Geduld gefragt.
Petersilienpflanzen lassen sich lange beernten aber es empfiehlt sich trotzdem mindestens noch einen Satz im August auszusäen (oder vorher) um auch im Herbst und Winter eine gute Ernte zu haben.
Vor allem geschützt, also im Folientunnel oder dem Gewächshaus sind Ernten im Winter möglich.
Petersilie die im Topf wächst kann eine gute Ernte bringen aber nie so reich und lange wie eine Pflanze die sich im Boden ausbreiten kann - vor allem die Pfahlwurzel.
Es kann direkt in den Topf gesät werden in dem die Petersilie später wachsen soll.
Der große Unterschied zur Voranzucht für den Garten ist, dass du dies das ganze Jahr über machen kannst.
Je nach Topfgröße können es auch mehr als 3 Samen sein - aber bitte nicht so viele wie bei gekaufter Topfpetersilie aus dem Supermarkt. Diese ist so dicht gesät, dass oft nur einmal abgeschnitten wird.
Die Gefahr, bei Petersilie zu früh zu pflanzen ist nicht, dass sie erfriert, sondern, dass ein Kältereiz der Pflanze das Signal gibt, dass die Blüten bildet (Vernalisation).
Sobald Petersilie blüht wird sie giftig und sollte nicht mehr genutzt werden.
In den meisten Regionen macht man aber nichts falsch, wenn man ab Mitte April ins Freiland pflanzt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte wartet noch bis in den Mai.
Hat man die Petersilie vorgezogen, dann setzt man die kleinen Töpfchen aus der Multitopfplatte mit einem Abstand von ca. 10 - 15 cm.
Das Mulchen des Bodens verhindert ein schnelles Austrocknen. Das ist besonders bei so langsam wachsenden Pflanzen wie Petersilie wichtig.
Petersilie mag lockere, humose Böden die nicht zu nass oder trocken werden. Eine moderate Startdüngung bei mageren Böden schadet nichts aber man sollte es nicht übertreiben.
Die Petersilienpflanzen vertragen volle Sonne aber mögen auch Plätze zwischen anderen Beetbewohnern, z.B. Tomaten, Salat, etc.
Hier kann man sehen, dass die Einzeltöpfchen mit 3-5 Pflanzen in Abständen von ca. 10cm zueinandern gepflanzt wurden. Unkraut hat hier keine große Chance.
Eigentlich benötigt Petersilie keine große Pflege.
Beikräuter sollten konsequent entfernt werden und färben sich die Blätter hell, dass es eine Düngung angesagt, z.B. etwas Brennnesseljauche im Gießwasser.
Durch die dichte Pflanzung und das Mulchen ist das Bewässern vorn größeren Pflanzen im Sommer nur selten nötig.
Geerntet sollten nicht nur die Blattspitzen sondern auch auch der komplette Stil. Dies sorgt für einen schnelleren Neuaustrieb.