Es gibt Pflanzen die haben super Eigenschaften als Nutzpflanze, sind gesund und versprechen eine sichere und reiche Ernte. Auf der anderen Seite haben sie das Potential einem den letzten Nerv zu rauben da sie sich massiv ausbreiten können und andere Nutzpflanzen durch ihre Wuchskraft einfach verdrängen können.
So ein Kandidat ist der Portulak (Portulaca oleracea L.), auch Sommerportulak genannt.
Anbauinfo | Angabe |
Botanischer Name | Portulaca oleracea L. |
Kultur | Einjähriges Blattgemüse und Würzkraut |
Standort | Sonnig, warm und geschützt |
Boden | Locker, durchlässig, eher nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich |
Aussaat | Direktsaat ab dem späten Frühjahr, wenn der Boden ausreichend warm ist |
Saattiefe | Nur sehr flach aussäen, leicht andrücken und nicht oder nur dünn mit Erde bedecken |
Keimbedingungen | Keimt bei Wärme zügig; gleichmäßig feucht halten, aber Staunässe vermeiden |
Pflanzabstand | Etwa 10–20 cm, je nach gewünschter Pflanzengröße und Ernteweise |
Pflege | Pflegeleicht; bei starker Trockenheit gießen, ansonsten nur wenig Aufwand nötig |
Ernte | Junge Triebe und Blätter laufend ernten, solange sie zart sind |
Verwendung | Frisch in Salaten, Kräuterquark, Gemüsegerichten oder kurz gegart |
Hinweis | Sommerportulak kann sich bei Samenreife stark selbst aussäen und im Garten ausbreiten |
Übrigens - Sommer-Portulak gehört zu den Portulakgewächse (Portulacaceae) - Winterpostelein, Winterportulak der auch Postelein genannt wird gehört zur Familie der Quellkrautgewächse (Montiaceae)
Da sie nur vom Namen her verwand sind und nicht botanisch gibt es hier keine Probleme in der Fruchtfolge.
Der Sommerportulak kann sich sehr schnell sehr ausbreiten. Wie der Name schon sagt, erscheint er im Sommer da eine relativ hohe Keimtemperatur benötigt wird. Eine kräftige Pflanze kann über 100.000 Samen bilden. Natürlich keimen hiervon nicht alle aber wenn auch nur ein Teil im nächsten Jahr keimt hat man eine Menge Arbeit ihn wieder aus den Beeten zu bekommen. Eine frühe Entfernung ist nötig, da er durch sein starkes Wurzelwerk und das kräftige Wachstum eine starke Konkurrenz zu anderen Nutzpflanzen darstellt.
Sommerportulak (samenfestes Saatgut: Sommerportulak ) wird in der Küche vor allem wegen seiner saftigen Blätter und jungen Triebe verwendet. Der Geschmack ist frisch, leicht säuerlich und je nach Standort mild salzig. Roh passt Portulak in Salate, Joghurt-Dips, oder als frische Beigabe zu Tomaten, Gurken und Zwiebeln. Gegart kann er ähnlich wie Spinat verwendet werden, zum Beispiel kurz gedünstet, in Suppen, Eintöpfen, Gemüsepfannen oder als Füllung. Besonders verbreitet ist Portulak in der mediterranen, nahöstlichen und asiatischen Küche. In Griechenland wird er häufig roh mit Tomaten, Feta und Olivenöl gegessen, in der Türkei auch mit Joghurt oder als Gemüsegericht zubereitet. In Mexiko ist Portulak als „verdolagas“ bekannt und wird unter anderem in Schmorgerichten verwendet. Auch in Teilen Portugals, Nordafrikas, des Nahen Ostens und Indiens gehört Portulak traditionell zur Küche.
Die jungen Blätter des Portulaks sind ideal zur Nutzung als Gemüse.
Sommerportulak ist botanisch und ernährungsphysiologisch interessant, da die Pflanze im Vergleich zu vielen anderen Blattgemüsen nennenswerte Mengen an Alpha-Linolensäure enthält, einer pflanzlichen Omega-3-Fettsäure. Außerdem werden in der Literatur unter anderem Carotinoide wie Beta-Carotin, Vitamin C, verschiedene Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium, Calcium und Eisen sowie phenolische Verbindungen beschrieben. Die tatsächlichen Gehalte können je nach Sorte, Standort, Boden, Kulturführung und Erntezeitpunkt deutlich schwanken.
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